Hemmungsmechanismen


Es gibt auch hemmende Synapsen?

Dieses Kapitel befasst sich mit zwei Kontrollmechanismen des Nervensystems. Der Überschrift könnt ihr entnehmen, womit ihr konfrontiert werdet. Zuallererst wenden wir uns der präsynaptischen Hemmung zu. Ihre hemmende Wirkung kommt bei der Regulation der Muskelbewegung häufig zu Einsatz. Die Hemmung wirkt sich hier auf die präsynaptische Region einer erregenden Synapse aus. Die Wirkungsweise ist relativ simpel: die Ankunft eines Aktionspotentials am Endknöpfchen der erregenden Synapse hat zur Folge, dass Natriumporen ( Na+ ) an der präsynaptischen Membran geöffnet werden. Jedoch öffnen die Transmitter der inhibitorischen Synapse zeitgleich die Poren für Chloridionen ( Cl - ). Dadurch diffundieren zur gleichen Zeit negativ geladenen Ionen und positiv geladene Ionen in das Endknöpfchen. Daraus resultiert ein geringes Potential. Dies hat zur Folge, dass sich weniger Transmitterstoffe durch Exocytose der synaptischen Bläschen in den synaptischen Spalt ergießen, was wiederrum zu einem niedriegen EPSP ( = erregendes postsynaptisches Potential ) oder auch Somapotential führt. Schließlich entsteht am Axonhügel der postsynaptischen Zelle kein Aktionspotential. Ein wenig anders verhält es sich bei der postsynaptischen Hemmung. Dabei werden nicht implizit die Vorgänge der erregenden Synapse manipuliert, sondern diese Art der Hemmung wirkt sich auf die postsynaptische Zelle aus. Die hemmende Synapse sitzt wie die erregenden Nachbarn direkt auf dem Neuron und bewirkt ein IPSP ( = inhibitorisches postsynaptisches Potential ). Das Endknöpfchen des hemmenden Neurons setzt z.B. GABA ( y-Aminobuttersäure ) frei, welcher Cl- Kanäle an der postsynaptischen Membran öffnet. Es kommt zu einer Herabsetzung der postsynaptischen Membranspannung, also einer Hyperpolarisation, welche wie ein Spiegelbild des EPSP wirkt.

Wirken nun erregende und inhibitorische Synapse zeitgleich, so verrechnen sich EPSP udn IPSP, sodass die hemmende Synapse möglicherweise das durch die erregende Synapse bedingte EPSP aufhebt. Die Bildung eines neuen Aktionspotentials am Axonhügel bleibt aus.
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